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Nächster Schritt auf dem Weg zu Holzbau-Kompetenzzentrum der Ziegler Group in Tirschenreuth

„Es ist die größte Investition, die es jemals in Tirschenreuth gab“, sagt Bürgermeister Franz Stahl. Bei der Unterzeichnung des Kostenübernahmevertrags für die Bauleitplanung zum Holzbau-Kompetenz-Zentrum betont er aber auch: „Der Engelmannsteich und das Moorgebiet bleiben erhalten.“

Ein Bauprojekt dieser Größenordnung ist immer ein Balanceakt. Das ist allen Beteiligten bewusst: „Mit einer Investitionssumme von 220 Millionen Euro ist das nicht nur die größte Ansiedlung, die Tirschenreuth jemals erlebt hat“, freut sich Bürgermeister Franz Stahl über geschätzte 1000 Arbeitsplätze. 

Die zu erwartende Gewerbesteuer sei allerdings nicht das wichtigste Argument für das Holzbau-Kompetenz-Zentrum der Ziegler Group: „Wir freuen uns vor allem deswegen, weil damit in der nördlichen Oberpfalz ein Signal für nachhaltiges, ökologisches und klimaneutrales Bauen gesetzt wird.“

Revolution des Städtebaus

Das Konzept von Geschäftsführer Stefan Ziegler sieht nicht weniger vor, als eine Revolution des Städtebaus: „Das Ziel ist, das nachhaltige, ökologische und bezahlbare Holzhaus für Jedermann“, sagt der Unternehmenschef. „Nur dann können wir unsere Klimaziele erreichen.“ 

Die Kritik von Bund Naturschutz und dem Landesbund für Vogelschutz nimmt der Vordenker für ökologisches Bauen sehr ernst. „Ich finde es gut, dass sich Menschen mit dem Artenschutz beschäftigen.“ Er wolle ein Projekt umsetzen, das langfristig zum Klimaschutz beiträgt. Die Einwände würden gewissenhaft geprüft. Ein Gesprächsangebot an die Verbände werde folgen.

Umweltprüfung durch Planungsbüro NRT

Derzeit führe das Planungsbüro NRT der Freisinger Landschaftsarchitekten Dietmar Narr, Martin Rist und Markus Türk eine Umweltverträglichkeitsprüfung durch: „Wir arbeiten seit vielen Jahren mit diesem Büro zusammen, das schon bei der Planung der Landesgartenschau eingebunden war“, ergänzt Bürgermeister Stahl. „Wer sie kennt, weiß, dass sie nichts schönreden, sondern kritisch prüfen.“ 

Auf Veranlassung von NRT habe man die Planung bereits angepasst: „Wir hatten eine Nord-Süd-Ausrichtung vorgesehen“, erklärt Firmensprecher Andreas Sandner, „jetzt wird es eine Ost-West Ausrichtung – uns ist wichtig, dass das ein grüner Standort für die Region wird.“ Auf eine Vergrößerung des Teichs mit künstlicher Insel habe man verzichtet.

Areal bewusst gewählt

Franz Stahl wehrt sich gegen Vorwürfe, das Projekt befördere den Flächenfraß: „Wir haben die vergangenen Jahrzehnte immer in bestehenden Gewerbebereichen verdichtet, aber das ist jetzt völlig ausgereizt.“ Die Schonung von Fauna und Flora sei oberste Priorität. Deshalb habe man dieses Areal gewählt: „Es ist in der Stadtplanung Tirschenreuths seit langem als Gebiet für eine Gewerbeansiedlung vorgesehen, weil es weder Wasserschutzgebiet, noch Naturschutzgebiet noch Flora-Fauna-Habitat im Sinn der EU-Richtlinie ist.“ 

Der Bürgermeister verweist zudem auf die Einstimmigkeit des Beschlusses für das FertighausWerk im Stadtrat. Mit gutem Grund, findet Stahl: „Das Moor wurde künstlich von der Stadt Tirschenreuth geschaffen, gespeist wird es durch das Wasser aus der Rappaufgrube.“

Und natürlich werde man wie bei allen Bauprojekten Ausgleichsflächen schaffen. „Wie aber wollen wir den Klimawandel bekämpfen, wenn Naturschützer ausgerechnet eine Produktion bekämpfen, die klimaneutrale Eigenheime zum Ziel hat?“ Der Bürgermeister glaubt fest daran, noch einen Konsens herstellen zu können: „Ich lade die Kritiker herzlich ein, sich vor Ort zu informieren.“

Kämmerer: „Es geht auch um Kaufkraft“

Stadtkämmerer August Trißl darf sich im Erfolgsfall nicht nur auf Gewerbesteuereinnahmen freuen: „Mir ist wichtig, dass hier rund 1000 Menschen einen guten Arbeitsplatz finden.“ Die Einkommenssteuer sei eine sicherere Einnahmequelle als die Gewerbesteuer. „Es geht auch um die Kaufkraft, die in die Region fließt.“ 

Den Effekt könne man zum Beispiel bei den Beschäftigten des Landratsamtes beobachten: „Die Auswärtigen kaufen nach Dienstschluss auch gleich bei uns ein.“ 

Mit den erwarteten Einnahmen wolle man die Stadt vor allem für junge Menschen noch attraktiver machen: „Wenn man so etwas bekommt, kann man Infrastruktur, Bildung, Kultur und die gesamte Lebensqualität verbessern“, ergänzt Bürgermeister Stahl.

Die Ziegler Group würde für das Werk Fachkräfte aus vielen Berufsfeldern suchen: „Neben Mitarbeitern in allen kaufmännischen Bereichen suchen wir Techniker, Maschinenbediener, Stapelfahrer, Logistiker, aber auch Bauzeichner, Ingenieure, Architekten und eine große Zahl an IT-Spezialisten“, sagt Sandner.

So geht es weiter

Die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfung und weiterer Untersuchungen werden möglichst schnell öffentlich ausgelegt,

Einwendungen werden abgearbeitet,

in spätestens einem Jahr soll die Bauleitplanung abgeschlossen sein.

Neben den Produktionshallen soll eine Holz-Fertighaus-Welt mit 18 bis 20 Fertighäusern auf 22 Hektar entstehen.

Geplant sind außerdem Lagerflächen für das Holz, Parkplätze

und ein Naturlehrpfad.