Erfolgreichste Schau aller Zeiten: MQ zieht Bilanz zu Rizzi-Ausstellung

„James Rizzi. Wer? Der mit den bunten Hochhäusern.“ Nicht allen war der New Yorker Pop-Art-Künstler zunächst ein Begriff. Doch nach der großen Kunstausstellung „Summer in Town – James Rizzi goes Tirschenreuth“ im Tirschenreuther MuseumsQuartier von 30. Mai bis 2. August sind alle, die die Möglichkeit hatten, die Schau zu besuchen, vom Lebenswerk des Malers hellauf begeistert. Bei einer Finissage am letzten Ausstellungstag zogen Galerist Thomas Herrmann und seine Stellvertreterin Sabrina Kalcher von Kunst Herrmann in Neumarkt mit Bürgermeister Hans-Peter Schärl, Geschäftsleiter Markus Bergauer und Museumsleiterin Birgit Plößner Bilanz.

Über 5.600 Besucher
„Wir hatten in den neun Wochen über 5.600 Besucher in der Ausstellung“, erzählte Bürgermeister Schärl begeistert. „Die meisten kamen mit wenigen Erwartungen hier herein und waren dann äußert überrascht, dass sie fast 500 original Rizzis vor sich hatten,“ berichtete Galerist Thomas Herrmann. Schärl wusste, dass sich viele gefragt haben, wie solch eine hochkarätige Ausstellung nach Tirschenreuth kommt. Herrmann erinnerte sich, wie die Stadt Tirschenreuth nach seiner eigenen Rizzi-Ausstellung 2018 in Neumarkt Kon-takt aufgenommen und sich auch ein solches Kunst-Highlight für das MuseumsQuartier gewünscht hatte. Im Jahr 2023 wurde dann in Tirschenreuth gemeinsam mit Kunst Herrmann zunächst eine Schau mit Werken der prominenten Künstler Udo Lindenberg, Otto Waalkes und Frank Zander verwirklicht.

2026 Zeit für Rizzi
Für 2026 stand dann endlich Rizzi auf dem Plan. Herrmann hatte die Zusage vom Eigentümer der Bilder, dem Art28 Kunstverlag aus Tübingen bekommen und durfte als Kurator mit seiner Kollegin Sabrina Kalcher aus dem Depot eine eigene Ausstellung nur für Tirschenreuth zusammenstellen. Heraus kam eine Retrospektive mit Werken von James Rizzi, die von seiner College-Arbeit und seinen ersten Werken angefangen, den Werdegang seines Stils und die Erfindung seiner 3D-Druckgrafik beleuchteten. Besucher konnten weiterhin eintauchen in Rizzis geliebtes New York, in seine Tierwelten mit Vögeln und Fi-schen und seine Botschaften von Frieden und Liebe mitnehmen.

Besucher aus ganz Deutschland
Die umfangreiche Ausstellung fand großes Interesse beim Publikum. Die Besucher kamen aus allen Teilen der Bundesrepublik, vorwiegend aber aus Bayern und dem angrenzenden Thüringen und Sachsen. Dass bestätigen Erhebungen, die man laut Geschäftsleiter Bergauer gemacht habe. Gäste aus den Ballungsräumen München, Augsburg, Landshut, Regensburg oder Nürnberg und Würzburg waren ebenso vertreten wie auch aus Baden-Württemberg, Amberg, Schwandorf, Weiden, Bayreuth, Coburg oder Marktredwitz. Kuratorin Sabrina Kalcher hat den Shop mit Souvenirartikeln und Rizzi-Kunstwerken täglich betreut und teilt diese Ansicht. „Manche sind extra wegen Rizzi von weit hergefahren, andere waren hier im Urlaub und positiv überrascht, diese Ausstellung wahrnehmen zu können“, zeigte sich Kalcher sehr zufrieden.

Viele Kinder zu Gast
Besonders freute es sie, dass rund ein Drittel der Besucher Kinder waren. Museumsleiterin Birgit Plößner erläuterte, dass man über 1,5 Jahre mit den Vorbereitungen der Ausstellung beschäftigt war. Da sich Rizzi sehr gut für Schulen eignet, wurde besonderes Augenmerk auf die Einbindung von Schulklassen gelegt und das Programm zum Start des neuen Schuljahres schon bekannt gegeben. Auf eine Lehrerfortbildung mit 120 Lehrern im Januar und einen Malwettbewerb mit über 70 Einsendungen im März folgte ab Ausstellungseröffnung der Besuch von rund 60 Schulklassen und Kindergartengruppen. Über 30 davon kamen in den Genuss von freiem Eintritt und Führungen, was durch die Rainer-Markgraf-Stiftung Bayreuth unterstützt wurde. Weitere 30 Klassen konnten im Anschluss an eine Führung kostenlos in einem Workshop kreativ werden und selbst Rizzi-Motive auf eine Leinwand bannen. Solch ein Angebot ist nur mit einer Förderung möglich, deshalb ist die Stadt laut Plößner sehr dankbar, dass sie in das „Projekt ‚Lebensraum Goldene Straße‘ im Bundesprogramm „Aller.Land“ aufgenommen wurden. Das Begleitprogramm erstreckte sich zudem auch auf das Ferienprogramm und einen Inklusionsworkshop.

Kultur- und Einkaufs
Erfreulich war, dass mit den Schulen und Gruppen auch mehrere inklusive Führungen stattgefunden haben. Großes Highlight war die Kultur- und Einkaufsnacht, bei dem Rizzis Themen nochmals im Rahmenprogramm und bei Aktionen der Geschäftswelt und der Gastronomie Leben eingehaucht wurde.

120 Führungen
„Wir sind überwältigt von dem Besucherinteresse und den positiven Rückmeldungen zu unserer schönen Stadt“, schwärmte Bürgermeister Hans-Peter Schärl. Die Cafés am Marktplatz waren von den Gästen immer gut besucht, man erkannte sie an den Rizzi-Souvenirs, mit denen sie sich ausgestattet hatten. Viele nutzten zudem die Gelegenheit für einen Spaziergang durch den Fischhofpark, der nur einen Steinwurf vom MuseumsQuartier entfernt ist. Auch Birgit Plößner kann aus der Tourist-Information von zahlreichen Anfragen zu Rizzi seit Beginn des Jahres berichten. Dort wurden die rund 120 Führungen von Schulen und Erwachsenengruppen gemanagt. Eigens für Rizzi wurde die Anzahl der Gästeführer aufgestockt, so dass man den Andrang bewältigen konnte. Zum Vergleich: Normalerweise finden in ganz Tirschenreuth circa 90 Führungen im Jahr statt, dazu kamen nun noch die 120 Rizzi-Führungen in neun Wochen Ausstellungszeit hinzu. Insgesamt sei die Ausstellung ein großer Gewinn für Tirschenreuth gewesen und einer Neuauflage in Zusammenarbeit mit der Galerie Herrmann in drei Jahren sei man nicht abgeneigt, schließt Bürgermeister Schärl sein Fazit.

Bild: Stadt Tirschenreuth / Birgit Plößner
BU: Die Verantwortlichen der Rizzi-Ausstellung freuen sich über ein gelungenes gemeinsames Kunst-Highlight. V.l.: Kurator Thomas Herrmann, Museumsleiterin Birgit Plößner, Bürgermeister Hans-Peter Schärl, Geschäftsleiter Markus Bergauer und Kuratorin Sabrina Kalcher