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Verabschiedung von Roland Albert und Dagmar Voß

Das Jubiläum „40 Jahre Bayerische Landesgartenschauen“ sollte im vergangenen Jahr feierlich unter anderem mit der Verabschiedung zweier um die Gartenschauen verdienter Persönlichkeiten begangen werden. Die Corona-Pandemie verhinderte den Festakt. „Aber das sollte ja keinesfalls bedeuten, dass es keine würdige Verabschiedung gibt für Roland Albert und Dagmar Voß“, so der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber.

Aufgeschoben war nicht aufgehoben und deshalb fand in der letzten Woche der Landesgartenschau Ingolstadt in der Blumenhalle ein stimmungsvoller Festakt für die beiden statt, bei der der Umweltminister die Laudatio hielt und das „Trio Infernale“ für gelungene musikalische Unterhaltung sorgte. Zahlreiche Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter aus bayerischen Kommunen und Ministerien waren gekommen.

„Auch wenn wir heute hier in der Blumenhalle umgeben sind von Blumen, so ist doch längst klar: Gartenschauen sind keine Blümchenschauen“, sagte der Umweltminister. Seit 1980, seit der ersten Landesgartenschau in Neu-Ulm, haben sie sich laufend weiterentwickelt und den sich wandelnden Anforderungen angepasst, so Glauber, von der Stadtentwicklung über den Hochwasserschutz bis hin zur Begrünung neuer Stadtquartiere.

Roland Albert war bereits in Neu-Ulm bei der ersten bayerischen Landesgartenschau als Präsident des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes e.V. (BGV) mit dabei. Glauber: So viele Gartenschauen tragen Ihre Handschrift und es war nicht immer leicht, sie in die Zukunft zu führen, dafür danke ich Ihnen beiden,“ so der Minister. „Beide haben Sie sich über die Maßen engagiert für den Fortbestand der Gartenschauen. Und Sie haben Menschen begeistert, was fast noch wichtiger ist. Und Sie haben immer wieder neue Ideen entwickelt. Sie waren Spurenleger, Vermittler, Berater, Motoren und Motivatoren.“

Mitreißende Rede von Bürgermeister Franz Stahl

Begeistert und überzeugt haben Voß und Albert in all den Jahren viele Bürgermeister und Oberbürgermeister. Und einer unter ihnen trägt die Welle der Begeisterung auch heute noch weiter, Jahre nach der Gartenschau in Tirschenreuth 2013: Franz Stahl, Bürgermeister von Tirschenreuth. „Bei uns gibt es nicht die Zeitrechnung vor oder nach Christus, sondern vor oder nach der Gartenschau. Unsere Stadt hat sich nachhaltig verändert, und auch die Stadtgesellschaft“, sagte er in seiner mitreißenden Rede als überzeugter „Botschafter“ der bayerischen Landesgartenschauen. Die Nachricht vom Zuschlag für die Landesgartenschau sei einer seiner emotionalsten Momente in seiner Laufbahn gewesen, so Stahl. Zu den beiden Geehrten sagte er. „Sie haben ganz Bayern aufblühen lassen und für uns waren Sie Architekten des Aufschwungs in unserer Stadt.“ Als Abschiedsgeschenk überreichte Franz Stahl je eine neue Chronik der Stadt Tirschenreuth der Jahre 1950-2020, in der mit zahlreichen Fotos und Informationen auch umfangreich auf die Gartenschau „Natur in Tirschenreuth 2013" eingegangen wurde.  

Zur heiteren Stimmung des Festakts trugen auch die Reden von Gerhard Zäh, Alberts Nachfolger im Amt des Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung der Bayerischen Landesgartenschaugesellschaft, und Roland Albert selbst bei.

Roland Albert war 14 Jahre lang Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Bayerischen Landesgartenschau mbH und hat gemeinsam mit Dagmar Voß, die 19 Jahre lang als Geschäftsführerin der Gesellschaft tätig war, die bayerischen Landesgartenschauen maßgeblich mitgeprägt. Seit seinem Amtsantritt 2006 gehörte Roland Albert auch dem Präsidium des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) an. Als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Bayerischen Landesgartenschau GmbH übernahm er den stellvertretenden Vorsitz aller Aufsichtsräten der in diesem Zeitraum veranstalteten bayerischen Landesgartenschauen und prägte so die städtebauliche Entwicklung in Neu-Ulm, Rosenheim, Bamberg, Deggendorf, Bayreuth, Würzburg und Ingolstadt wesentlich mit.

Dagmar Voß war seit Januar 1993 Mitarbeiterin der Bayerischen Landesgartenschau GmbH. Bereits im Juli 1993 übernahm sie, als erster weiblicher Geschäftsführer einer Gartenschau in Deutschland, die Geschäftsführung der Landesgartenschau Hof 1994. Es folgten die Geschäftsführungen der Durchführungsgesellschaften der Landesgartenschau Neumarkt in der Oberpfalz 1998, der Natur in der Stadt Cham 2001, der Landesgartenschau Burghausen 2004, der Grenzenlosen Gartenschau 2006 Marktredwitz-Cheb/Eger, der Natur in Waldkirchen 2007, der Landesgartenschau Rosenheim 2010 und der Landesgartenschau Bayreuth 2016.

Foto: Petra Pintscher

BU: Roland Albert (vorne, l.) und Dagmar Voß (vorne, r.)  wurden feierlich von Thorsten Glauber, Franz Stahl und Gerhard Zäh (hinten, v.l.) verabschiedet.