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12.9.: Tag des offenen Denkmals - mit Gewölbebesichtigung und freiem MQ-Eintritt

Die Tirschenreuther Fronfeste hat sich in den Monaten nach ihrer Eröffnung im Februar 2020 zu einer großen Attraktion entwickelt. Nun erlauben es die aktuellen Corona-Regelungen endlich, die im Zuge der Sanierung freigelegten Kellergewölbe auch der Öffentlichkeit zu präsentieren. Kurzentschlossen nutzt die Stadt Tirschenreuth dafür den „Tag des offenen Denkmals“, zu dem sie am 12. September 2021 sehr herzlich alle an Kultur und Geschichte Interessierten einlädt.  

Die Veranstaltung wird um 13 Uhr von Bürgermeister Franz Stahl auf dem Vorplatz der Fronfeste an der Regensburger Straße eröffnet. Anschließend haben die Gäste und Besucher bis 17 Uhr die Möglichkeit, sich die Gewölberäume anzuschauen – und damit tief in die Historie der Stadt Tirschenreuth einzutauchen. Für Sach- und Fachfragen steht durchgängig Thomas Sporrer, Gästeführer und Mitglied des Historischen Arbeitskreises, zur Verfügung.
Freier Eintritt im MuseumsQuartier
Geöffnet hat aber auch das benachbarte MuseumsQuartier Tirschenreuth. Das Beste: Besucher zahlen an diesem Tag keinen Eintritt!
Ein Blick zurück 

Die neu sanierten Keller des historischen Gebäudes gehören zu den wenigen Zeugen der großen Vergangenheit der Stadt Tirschenreuth als weltlicher Sitz der Äbte des Klosters Waldsassen. Bereits im 14. Jahrhundert erbauten diese in Tirschenreuth ein Schloss. Es wird aber wohl mehr eine befestigte Burg gewesen sein, mit Mauer, Wassergraben und Zugbrücke. Um 1548 – die Wirren der Reformation streiften auch Kloster und Stadt Tirschenreuth – errichtete schließlich der 1. Administrator des Klosters, Johann von Weeze, Fürstbischof von Konstanz, gleich neben dem alten ein neues Schloss, das später auch als Fronfeste bezeichnet wurde. Beide ursprünglichen Gebäude sind längst verschwunden, dem 30-jährigem Krieg oder dem Stadtbrand von 1814 zum Opfer gefallen. 

Nicht aber diese Keller. Sie haben sich erhalten, tragen den Neubau wie vorher das neue Schloss, wurden als Lagerhallen oder Gefängnis genutzt und verfielen die letzten 200 Jahre mehr oder weniger in einen von der Öffentlichkeit völlig unbeachteten Dornröschenschlaf. Erst durch den Umbau der Fronfeste in einen modernen Bildungsstandort war es möglich, auch diese wunderbaren Gewölbe zu sanieren. Die Bausünden der vergangenen Jahrzehnte wurden getilgt, neuere Trennwände entfernt, der Lehmstampfboden mit Natursteinplatten belegt. 

Bedeutende Funde

Eine große Überraschung brachten auch die Außenbauarbeiten. Durch die Abtragung früherer Aufschüttungen wurden Mauern und Bauelemente entdeckt, deren Existenz in Vergessenheit geraten war. Das für die Sanierung der Fronfeste verantwortliche Büro Brückner & Brückner Architekten aus Tirschenreuth und die Stadt Tirschenreuth ließen diese in Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz und dem Historischen Arbeitskreis freilegen, neu befestigen und überbauen. Auch diese bedeutenden Zeugnisse der Tirschenreuther Stadtgeschichte können am „Tag des offenen Denkmals“ besichtigt werden.

Die Fronfeste heute

Das Gebäude wurde von 2018 bis 2020 aufwändig durch die Stadt Tirschenreuth saniert und im Februar 2020 vom Bayrischen Wissenschaftsminister Bernd Sibler als Tirschenreuths neuer Hochschul-Lernstandort eröffnet. Heute lernen dort bereits 40 Studierende der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH) und der Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut (HAW). Die OTH bietet in den mit modernster Kommunikationstechnik ausgestatteten Vorlesungsräumen einen berufsbegleitenden Bachelorstudiengang „Soziale Arbeit“ an, die HAW einen Studiengang „Wirtschaftsingenieurwesen Energie & Logistik“.
Foto 1: Thomas Sporrer

BU: Erstrahlen in neuem Glanz: die Gewölbekeller der Fronfeste

Foto 2: Stadt Tirschenreuth

BU: Aktuell ist an der Außenmauer des Gebäudes auch eine Open-Air-Bilderausstellung des Kunstvereins Tirschenreuth zu sehen.