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Markenbotschafterin

Wir in Tirschenreuth

Hallo, ich bin Janka, Markenbotschafterin von Tirschenreuth! Seit dem 01.09.2019 durchquere ich im Auftrag des Stadtmarketingvereins Tirschenreuth die Kreisstadt und bin auf der Suche nach faszinierenden Geschichten. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, dem Leben in Tirschenreuth auf den Grund zu gehen und zugleich ihre Buntheit zu präsentieren.

Zur Idee der Markenbotschafterin gehört es, Erzählungen der Menschen zu lauschen, die in Tirschenreuth leben oder sich mit der Stadt auf eine Weise verbunden fühlen. Viele Akteure agieren im Stillen, von denen wir oft gar nicht wissen, wie sie unser Leben in Tirschenreuth bereichern. Dieser Aufwertung begegnen wir täglich in Vereinen, im Ehrenamt aber auch in anderen Bereichen direkt vor unserer Haustür. Ich bin nur die Erzählerin, doch Ihr, die handelnden Personen, seid das Fundament einer guten Geschichte.

Ich freue mich riesig auf meine neue Aufgabe und lade Euch herzlich dazu ein, ein Teil meiner Erzählungen zu sein. Bei Interesse einfach eine E-Mail an stadtmarketing(at)stadt-tirschenreuth.de oder unseren Facebook Messenger benutzen, um Kontakt zu mir aufzunehmen.

Mit einem sonnigen Gruß,
Janka, Eure Markenbotschafterin von Tirschenreuth

Interview 09/2019: FairTrade Schokolade

Schokolade FairTrade – so etwas habe ich noch nie gegessen!

Dabei verspricht das Fairtrade-Siegel, dass Arbeiter auf den Plantagen, welche z.B. die Kakaobohne in Handarbeit pflücken, einen fairen Lohn für ihre anstrengende Arbeit bekommen. Der Weg der Kakaobohne aus den tropischen Ländern ist weit und mit vielen Stationen verbunden bis wir in den Genuss kommen, sie in Form von Schokolade genießen zu können.
Doris Schön, 61 Jahre, CSU Stadträtin und ehrenamtliche Sprecherin der 2016 gegründeten Steuerungsgruppe, erzählt mir in einem Interview, wie die Idee „Fairtrade Town“ entstand, was das Siegel genau bedeutet und über Ihre Liebe zu diesem Projekt.

Wann ist die Idee entstanden, sich an der Kampagne „Fairtrade Town“ zu beteiligen?
Zur Fastenzeit findet jeden Samstag in der Stadtpfarrkirche in Tirschenreuth um 06:00 Uhr eine kurze Besinnungsandacht und anschließend im Pfarrzentrum ein gemeinsames Frühstück mit fair gehandelten Produkten wie z.B. Kaffee, Tee, Orangensaft und Bananen sowie selbst gemachter Marmelade statt. In dieser gemütlichen Runde mit ca. 40 Personen entstehen immer spannende Gespräche und anregende Ideen, wie eben auch Fairtrade bekannter zu machen und auf kommunaler Ebene zu stärken. Das war im März 2015. Der Grundstein wurde gelegt und somit auch der Beginn einer Reihe von Anträgen und Anforderungen, die gelöst werden mussten.

Welche Forderungen?
Der wichtigste Punkt ist der Ratsbeschluss. Dann folgt die Gründung einer Steuerungsgruppe. Darüber hinaus ist die Öffentlichkeitsarbeit ein Bestandteil der Kriterien. Zudem müssen mindestens zwei fair gehandelte Produkte in Geschäften, Cafés und Restaurants angeboten werden. Hierbei wird die Mindestanzahl der Mitwirkenden anhand der Einwohnerzahl der jeweiligen Stadt berechnet. Absolut gefordert und für mich selbsterklärend ist das Mitwirken der Stadt Tirschenreuth selbst. Dies bedeutet, dass im Rathaus fair gehandelter Kaffee, Tee und Zucker angeboten wird. Zudem ist auch die Zivilgesellschaft, wie Schulen oder Vereine gefordert mit Bildungsaktivitäten mitzuwirken.

Welche Funktion hat die Steuerungsgruppe?

Die Steuerungsgruppe, welche aus sechs Personen inklusive mir als Sprecherin besteht, hält das Projekt „Fairtrade-Stadt Tirschenreuth“ am Leben. Um diese Bezeichnung führen zu dürfen, müssen Anforderungen erfüllt sowie aufrechterhalten bleiben. Die Einhaltung der Auflagen wird von einem Gremium des TransFair e.V. alle zwei Jahre geprüft. Wenn alle Kriterien entsprechend umgesetzt wurden, verlängert sich unsere Auszeichnung „Fairtrade-Stadt Tirschenreuth“ um weitere zwei Jahre.

Wer kann mitmachen?
Jeder. Während der letzten zwei Jahre ist es uns gelungen, Interessierte aus dem Handel und der Modeindustrie sowie zahlreiche Vereine zu gewinnen. Die fair gehandelten Produkte wie Wein, Reis, Zucker oder Säfte werden direkt durch den Handel in Tirschenreuth angeboten oder durch die Gastronomie weiterverarbeitet. Darüber hinaus begegnen wir dem Thema auch in der Tirschenreuther Modeindustrie. Hier wird darauf geachtet, dass die geerntete Baumwolle sowie die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung der Kleidung, den Ansprüchen von Fairtrade entspricht.

Bio, Regional, Vegan und jetzt noch Fairtrade – wo liegt da der Unterschied?
Wenn wir bei den Lebensmitteln bleiben, sprechen wir überwiegend von Produkten, die aufgrund klimatischer Verhältnisse ihren Ursprung in Asien, Lateinamerika oder Afrika haben.
Anhand eines Beispiels möchte ich Ihnen sagen was das Siegel verspricht.
Wenn Sie heute Eier einkaufen, so gehen Sie gern zum Bauern um die Ecke, weil Sie wissen, dass er seinen Hof gut führt, seine Hühner tiergerecht behandelt und das Tierfutter biologisch ist. Und wenn Sie einen Kaffee kaufen, so soll er doch die selben Kriterien erfüllen, wie die Eier vom Bauern um die Ecke. Die Kaffeebohnen sollen frei von Pestiziden sein, die Kleinbauern sollen ihre Familien selbst ernähren können und für die Plantagenarbeiter sollen faire Löhne und Arbeitsschutzmaßnahmen eine Selbstverständlichkeit sein. Für die Einhaltung dieser genannten Punkte, die nur einen kleinen Auszug der Kriterien darstellen, steht das Siegel Fairtrade. Und wir die „Fairtrade-Stadt Tirschenreuth“ wirken mit unserem Engagement und den Kauf von fair gehandelten Produkten der Ausbeutung entgegen.

Was bedeutet Ihnen das Projekt?
Ich begegne dem Thema sehr emotional, da ich bei meinen Recherchen feststellen musste, dass die Arbeitsbedingungen oft menschenunwürdig sind. Plantagenarbeiter sind oft stundenlang der prallen Hitze ausgesetzt oder hantieren ungeschützt mit Giftstoffen, die sie auf den Feldern versprühen. Darüber hinaus ist die Kinderarbeit, welche schon sehr oft mit 5 Jahren beginnt, nur schwer zu ertragen. Fairtrade ist für mich nicht nur eine Aufgabe, sondern eher mehr ein Bedürfnis sowie Motivation für die Verbesserung der Leben- und Arbeitsbedingungen der Menschen am Rande der Gesellschaft, denen wir mit unserem Einsatz oder Kauf von Fairtrade Produkten ein menschenwürdiges Leben ermöglichen.
Ein Grund mehr zur Schokolade zu greifen, die das Fairtrade Siegel trägt. Sie ist ebenso lecker wie die Schokolade bekannter Hersteller - mit der Gewissheit, dass kein Mensch oder Kind ausgebeutet wurde.

Auf was dürfen wir uns freuen?
Wir, die Steuerungsgruppe, haben damit begonnen einige Produkte mit unserem eigenen Markenbild zu verzieren. Bekannte Objekte aus Tirschenreuth, wie der Karpfenbrunnen zeichnen sich im Bild ab. Doch die Produktpalette soll wachsen.

 


Mit diesem spannenden Vorausblick möchte ich mich herzlich bei Ihnen Frau Schön für den unermüdlichen Einsatz und das aufschlussreiche Interview bedanken. Ein herzliches Dankeschön möchte ich auch den Mitwirkenden der Steuerungsgruppe aussprechen - die Welt etwas fairer zu machen.

Also, Julia und ich haben unser Lieblingsprodukt schon gefunden.

Welches ist Eures?
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Eure Tirschenreuther Markenbotschafterin, Janka



                                    
Interview & Bilder: Janka Hannemann-Mathes
Bildrechte: Stadtmarketing Tirschenreuth e.V.