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Modernes Theater: Welturaufführung in Tirschenreuth

Der Herbst 2009 ist geprägt von Jubiläen. Der Grund hierfür: die friedliche deutsche Revolution mit den berühmten Leipziger Montagsdemos, die Balkonrede Hans-Dietrich Genschers in der Prager Botschaft, die Flüchtlingszüge nach Hof und schließlich der Mauerfall in Berlin, jährt sich zum 20. Mal. Grund genug für das Moderne Theater Tirschenreuth, sich detailliert mit der deutsch-deutschen Geschichte auseinander zu setzen.

Auf dem Spielplan steht die Uraufführung eines Stückes von Jürgen Hofmann, Professor für Szenisches Schreiben an der Universität der Künste in Berlin: Wolle – oder die Liebe zum Badenweiler. Zur Vorbereitung auf die kommende Neuproduktion befasste sich das Ensemble des Modernen Theaters Tirschenreuth ausgiebig mit der jüngsten regionalen Geschichte und informierte sich unter anderem auch im deutsch-deutschen Museum Mödlareuth (Little Berlin). Regisseur des Stückes ist der Intendant der Burgfestspiele Leuchtenberg, Matthias Winter, der erstmals in Tirschenreuth inszeniert.

Zum Inhalt:
In Deutschland ist die Demokratie ausgebrochen – Weimarer Republik. Wir befinden uns im Untergeschoss eines bürgerlichen Wohnhauses im Osten Berlins. Dort haust die Familie Pfeiffer. Vater Pfeiffer (Franz Hackl) ist ein Trinker, Mutter Pfeiffer (Gaby Saller) notorisch unzufrieden . Ilona (Gabi Kraus), die Tochter der Beiden, ist genau das, was man als deutsches Mädel versteht – und schließlich ist da noch Wolfgang – Wolle – Pfeiffer (Christian Seitz). Die Politik und das Leben außerhalb seines Kellers sind ihm egal. Er liebt die Musik. Sie wird ihn wie Ruth Friedländer (Luitgard Bauer), eine während der Nazizeit deportierte Jüdin, sein ganzes Leben lang begleiten.

1933 übernehmen die Nationalsozialisten des Ruder. Wer sich anpasst, der schwimmt oben. Familie Pfeiffer tut das, nur Wolle bleibt, was er ist: Verrückt nach Musik. Und das ist auch später so – nachdem die Nazis den totalen Krieg verloren und die Kommunisten die Macht im Osten gewonnen haben.  Neues Regime, alte Spielregel: Mitmachen erleichtert Alles. Als nun der Arbeiter- und Bauernstaat ebenso scheitert wie die Vorgängerdiktatur, bleibt Wolle immer der Gleiche. Wir kehren zurück zum Anfang: Demokratie in Deutschland. Weiterhin sind zu sehen: Ilona Richter, Christl Gleißner, Herbert Kreuzer, Armin Lippert, Stefan Malzer (der neue Jesus der kommenden Passion) und Claudia Ulrich.

Premiere ist am 12. November um 20 Uhr im Theater am Luitpoldplatz. Weitere Vorstellungen am 14., 15., 20., 21. und 22.11., jeweils um 20 Uhr.

Karten gibt es unter www.okticket.de zum selber ausdrucken oder bei der Tourist-Info Tirschenreuth, Regensburger Str. 6 (Tel. 600248).