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Stadtplan von Tirschenreuth
Stadtplan Tirschenreuth vom Städte Verlag
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Wondreber Totentanz

Die im Jahre 1669 vollständig erneuerte Friedhofkapelle St. Michael birgt in ihrem Inneren eine beachtenswerte getäfelte Holzdecke, die auf 28 Feldern die Bilder eines Totentanzes zeigt. Es sind dies Darstellungen nach Motiven des Wiener Hofpredigers Abraham a Santa Clara. Jede der düsteren Szenen ist mit einem lateinischen Bibelzitat über- und der freien deutschen Übersetzung in einem zweizeiligen Reim unterschrieben.

Im Gegensatz zu den in dieser Epoche üblichen farbenprächtigen Darstellungen ist das Werk in Grisaille-Technik (Grau-in-Grau-Malerei) ausgeführt. Die Entstehungszeit ist nicht eindeutig geklärt. Lange war man der Auffassung, die Tafeln stammen wie die Kapelle aus dem Jahr 1669. Da der Wondreber Totentanz aber offensichtlich nach dem Vorbild von Kupferstichen aus dem Jahr 1710 angefertigt wurde, muss er nach diesem Zeitpunkt entstanden sein. Ebenfalls unbekannt ist der Künstler, es wird jedoch vermutet, dass es sich um einen Laienbruder aus dem nahen Kloster Waldsassen, Frater Cornelius von Bosche, handelt. Sollte er tatsächlich der Maler gewesen sein, so ließe sich das Entstehungsdatum auf 1710-1721 eingrenzen. Totentanzdarstellungen finden sich oft im Zusammenhang mit großen Pestepidemien. Durch die Abbildung des Todes an den Mauern von Kirchen und Friedhöfen hoffte man, diesen zu bannen. In Wondreb muss der Anlass jedoch ein anderer gewesen sein, da nichts auf eine Seuche zu dieser Zeit hindeutet.

Dieser Totentanz soll verstanden werden als eine Mahnung an den Menschen, stets wachsam und jederzeit darauf vorbereitet zu sein, vor das jüngste Gericht zu treten, da der Tod allgegenwärtig ist. Die Feuchtigkeit in der Kapelle machte im Laufe der Zeit mehrere Restaurierungen notwendig. Die letzte fand im Jahr 1966 unter der Oberaufsicht des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege statt.

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